Nimenrix-Impfung: Wann wird gegen Meningitis geimpft und wie viele Dosen sind nötig?
Nimenrix ist ein Konjugatimpfstoff, der vor schweren Infektionen durch Meningokokken der Gruppen A, C, W und Y schützen soll. Er wird oft einfach „Meningitis-Impfung“ genannt – wichtig ist aber zu wissen, welche Erreger er abdeckt. In diesem Beitrag erkläre ich die Eigenschaften von Nimenrix, die altersabhängigen Dosen und den Unterschied zu anderen Meningokokken-Impfstoffen.
Die Frage „Mein Kind ist gegen Meningitis geimpft – ist es jetzt vor jeder Meningitis geschützt?“ zeigt eine häufige Unsicherheit bei der Impfplanung. Meningitis hat verschiedene Ursachen, und kein einzelner Impfstoff deckt alle ab. Name des Impfstoffs und abgedeckte Gruppen gehören deshalb unbedingt in die Unterlagen.
Was sind Meningokokken?
Meningokokken, wissenschaftlich Neisseria meningitidis, sind Bakterien, die bei manchen Menschen im Nasen-Rachen-Raum vorkommen, ohne krank zu machen. Gelegentlich gelangen sie in andere Körperbereiche und verursachen schwere Infektionen.
Die beiden wichtigsten Krankheitsbilder sind die Hirnhautentzündung (Meningitis), also eine Entzündung der Häute von Gehirn und Rückenmark, und die Blutstrominfektion. Eine Meningokokken-Erkrankung kann rasch fortschreiten und erfordert eine frühe Behandlung.
Die Übertragung erfolgt meist durch engen oder längeren Kontakt mit Atemwegs- und Rachensekreten. Enger Kontakt wie das Zusammenleben in einem Haushalt spielt dabei eine wichtige Rolle. [1]
Warum ist die Meningitis-Impfung wichtig?
Eine Meningokokken-Erkrankung darf nicht wie ein gewöhnlicher fieberhafter Infekt betrachtet werden. Sie kann trotz Behandlung schwere Folgen haben; Überlebende können Hörverlust, neurologische Schäden oder andere bleibende Probleme davontragen.
Deshalb sollte man an Vorbeugung denken, bevor man sich nach Ausbruch der Krankheit auf die Behandlung verlässt. Die Impfentscheidung sollte Alter, Gesundheitszustand und Ansteckungsrisiko berücksichtigen. [2]
Was ist die Nimenrix-Impfung?
Nimenrix ist ein MenACWY-Impfstoff gegen die Meningokokken-Gruppen A, C, W und Y. Er enthält keine lebenden Bakterien.
Im Impfstoff sind Bestandteile der Bakterienkapsel an ein Trägerprotein gebunden. Diese Konjugatstruktur hilft dem Immunsystem, die Zielgruppen zu erkennen.
Nimenrix soll vor invasiven Meningokokken-Erkrankungen durch die abgedeckten Gruppen schützen. „Invasiv“ bedeutet, dass die Bakterien in normalerweise sterile Bereiche wie Blut oder Hirnwasser gelangen. [3]
Schützt Nimenrix vor Meningokokken B?
Nein. Nimenrix deckt die Meningokokken-Gruppe B nicht ab. Für den Schutz vor Meningokokken B ist eine eigene Impfberatung nötig.
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig bei der Frage „Sind die Meningitis-Impfungen vollständig?“. MenACWY- und MenB-Impfstoffe haben nicht denselben Inhalt und ersetzen einander nicht.
Zudem können auch andere Bakterien wie Pneumokokken und Hib eine Meningitis auslösen. Der Schutz sollte daher anhand der gesamten Impfgeschichte beurteilt werden. [4]
Für wen ist die Nimenrix-Impfung geeignet?
Laut europäischer Produktinformation kann Nimenrix ab einem Alter von 6 Wochen verwendet werden. Dass ein Impfstoff ab einem bestimmten Alter eingesetzt werden kann, bedeutet aber nicht, dass er allen in diesem Alter nach demselben Schema empfohlen wird.
Bei Babys, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen richtet sich die Beurteilung nach nationalen Empfehlungen, früheren Impfungen und individuellen Risiken. [3]
Besonders wichtig ist die MenACWY-Impfung bei:
- Entfernter Milz oder eingeschränkter Milzfunktion
- Bestimmten Komplementdefekten
- Behandlung mit Komplementinhibitoren
- HIV-Infektion
- Reisen in Regionen, in denen die Krankheit häufig ist
- Ausbruchsrisiko durch die betreffenden Meningokokken-Gruppen
- Manchen Bewohnern von Studentenwohnheimen mit unvollständigen Impfungen
- Bestimmtem Laborpersonal, das mit Meningokokken arbeitet
Besonders bei der Einnahme von Komplementinhibitoren kann trotz Impfung ein Risiko bestehen bleiben; der Schutzplan umfasst dann möglicherweise mehr als nur die Impfung. [5]
Wie viele Dosen Nimenrix werden gegeben?
Die Zahl der Nimenrix-Dosen hängt vom Alter bei der ersten Impfung ab. Das allgemeine Schema laut europäischer Produktinformation:
- Babys von 6 Wochen bis unter 6 Monaten: Zwei Grundimmunisierungsdosen im Abstand von zwei Monaten.
- Babys von 6 bis unter 12 Monaten: In der Regel eine Grundimmunisierungsdosis.
- Vor dem ersten Geburtstag geimpfte Babys: Auffrischdosis mit 12 Monaten, mindestens zwei Monate nach der letzten Dosis.
- Personen ab 12 Monaten: In der Regel eine Dosis; je nach Risiko wird eine zusätzliche Dosis geprüft.
Manche Babys mit hohem Risiko benötigen eine zusätzliche Dosis in der Grundimmunisierung. Die Frage „Eine oder zwei Dosen Nimenrix?“ lässt sich deshalb ohne Altersangabe nicht beantworten.
In der Türkei sollte die Impfung nach der aktuellen Zulassungsinformation des verwendeten Präparats und dem individuellen Risiko geplant werden. [6]
Schützt Nimenrix ein Leben lang?
Man sollte nicht davon ausgehen, dass der Schutz nach Nimenrix lebenslang anhält. Die Immunität kann mit der Zeit nachlassen, und bei fortbestehendem Risiko können Auffrischungen nötig sein.
Über eine zusätzliche Dosis wird anhand des Alters bei der ersten Impfung, der seither vergangenen Zeit und des fortbestehenden Risikos entschieden. Eine in der Kindheit gegebene Dosis sollte für Reisen oder Gesundheitsrisiken Jahre später nicht automatisch als ausreichend gelten. [4]
Welche Nebenwirkungen hat die Nimenrix-Impfung?
An der Einstichstelle können Schmerzen, Rötung und Schwellung auftreten. Auch Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit werden berichtet. Kleinkinder können unruhig, schläfrig oder appetitlos sein.
Besteht eine schwere Allergie im Zusammenhang mit einer früheren Dosis oder einem Impfstoffbestandteil, sollte dies vor der Impfung mitgeteilt werden. Sind die Beschwerden nach der Impfung stark oder ungewöhnlich, ist eine ärztliche Abklärung nötig. [6]
Häufige Fragen zur Nimenrix-Impfung
1.Wird Nimenrix nur bei Kindern eingesetzt?
Nein. Bei entsprechender Indikation kann der Impfstoff auch bei Erwachsenen verwendet werden. Vor allem bei bestimmten Immunstörungen, Reisen oder Ausbruchsrisiko kommt eine MenACWY-Impfung bei Erwachsenen infrage. [3]
2.Sind Nimenrix und die Meningokokken-B-Impfung derselbe Impfstoff?
Nein. Sie richten sich gegen unterschiedliche Meningokokken-Gruppen. Die eine Impfung bietet nicht den Schutz der anderen. Welche Impfungen nötig sind, wird anhand von Alter und Risiken gemeinsam geplant. [4]
3.Kann man nach einer Nimenrix-Impfung trotzdem an Meningitis erkranken?
Ja. Der Impfstoff deckt nicht alle Ursachen einer Meningitis ab und garantiert auch gegen die abgedeckten Gruppen keinen hundertprozentigen Schutz. Anzeichen einer schweren Infektion müssen daher unabhängig von der Impfgeschichte abgeklärt werden.
4.Reicht Nimenrix nach engem Kontakt mit einer an Meningitis erkrankten Person aus?
Nein. Nach engem Kontakt mit einer an Meningokokken erkrankten Person wird dringend geprüft, ob vorbeugend Antibiotika nötig sind. Die Impfung ersetzt diese vorbeugende Behandlung nach Kontakt nicht. Wer als enge Kontaktperson gilt, legen Ärztinnen und Ärzte oder die Gesundheitsbehörden fest. [1]
Planung der Nimenrix- und Meningitis-Impfung in Istanbul
Bei der Planung einer Meningitis-Impfung sollte man nicht nur fragen „Wurde geimpft?“, sondern auch, welcher Impfstoff wann gegeben wurde. Frühere Unterlagen, das Alter und eventuelle Reisepläne helfen, den richtigen Zeitplan zu erstellen.
Informationen zu unseren Impfangeboten erhalten Sie, wenn Sie die Seite unseres Impfzentrums Istanbul besuchen. Gerne prüfen wir gemeinsam, ob Sie oder Ihr Kind eine Meningokokken-Impfung benötigen.
Per WhatsApp schreiben: +90 545 440 55 45
Mo–Fr 08:00–17:00 • Samstag 09:00–14:00 • Sonntag geschlossen
Lotus Nişantaşı Offices, Eingang A, 5. Stock, Nr. 82 • Halaskargazi Cad. No: 38-66, Şişli, Istanbul
Quellen
Die medizinischen Informationen in diesem Beitrag beruhen auf den unten genannten Quellen. Ein persönlicher Impfplan wird immer nach ärztlicher Beurteilung festgelegt.
Wir melden uns schnell bei Ihnen – zu allen Themen, zu denen Sie sich beraten lassen möchten.


Op. Dr. Soner DÜZGÜNER
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Op. Dr. Soner Düzgüner: Bietet Diagnose und Behandlung in Bereichen wie In-vitro-Fertilisation, Frauengesundheit, Unfruchtbarkeit, gynäkologische Chirurgie und Schwangerschaftsnachsorge.